23.10.2019

Vortrag von Dr. Herbert L. Müller "Islam und Islamismus in Deutschland - wo sind die Unterschiede?"

Islamismus und Salafismus - ein Abend mit Einblicken in die Weltreligion und ihre politischen Bewegungen


Dr. Herbert L. Müller ist Historiker, Islamwissenschaftler und leitender Regierungsdirektor am Landesamt für Verfassungsschutz in Stuttgart und ist auf Einladung von Bernd Elsenhans, dem Vorsitzenden des Wirtschaftsclubs Ostwürttemberg, zu einem kurzweiligen und inhaltlich sehr tiefgründigen Vortrag in die IHK nach Heidenheim gekommen.

Islam, Islamismus und sogar Salafismus werden zu oft in Eins gesetzt. Dr. Herbert L. Müller erläuterte, wie sich islamistische Bewegungen in Deutschland und damit auch in Baden-Württemberg darstellen, wo die Grenzen sogenannter legalistischer Organisationen zu Strömungen liegen, die ihre Ziele mit terroristischer Gewalt verwirklichen wollen.

Dabei blickte er in die Geschichte des Islam, in die Entstehung und Herkunft und das Kalifat und erläuterte so die islamischen Bewegungen seit den Anfängen. Die große Geschichte des Islams, die Kultur und die Musik sind ebenso Themen, die in seinen Ausführungen, von fundemental orientiert bis traditionell konservativ und die unterschiedlichen religiösen Prägungen z. B. der Sunniten, Shiiten, Aleviten oder Ahmadiyya, Orden und Bruderschaften wurden aufgezeigt.

Im Vortrag ging es um die notwendige Abgrenzung einer in sich vielfältigen Weltreligion zu politischen Bewegungen, die sich auf die Quellen dieser Weltreligion berufen und damit die Begründung für totalitäre Herrschaftssysteme erreichen wollen. In seinem kurzweiligen und sehr interessanten Vortrag hat Dr. Müller dem Publikum anschaulich aufzeigen können, wie durch Attraktivität totalitärer Ideen Radikalisierung entstehen kann.

Viele Fragen zum Thema wurden anschließend auch noch in gemütlicher Runde gestellt und mit dem Redner diskutiert.